Leos Bastelstübchen

Das Rad des Lebens

8. Mai 2016

Die Zeitung lass ich liegen,
Keinen Fernseher will ich hören,
Ihnen kehr ich den Rücken zu.
Wo unter euch Menschen ist ein Du?

Der Schmerz treibt mich zu ihnen,
Im Menschentrubel will ich liegen.
Das immerschwätzend Allerlei,
In meinen Ohren wirds Geschrei.

Ich zähle die Stunden der Wochenenden,
Zähle die achtundvierzig Stundenenden,
Jede Stunde, unter die ich begraben bin.
Seelendurst. Ich fühle, ich welke dahin.

Ablenken, schaffen, für viele Wochen
Spiel ich Gitarre und male an Bildern.
Von denen gefällt mir nur Weniges.
Gefiällt es nicht, zerreiß ich es.

Gemalte Bilder kehren, aus einem Stück
Dem Nichts entsprungen, ins Nichts zurück.
Jede Zeichnung trägt, von mir zerrissen,
Ein Kind meiner Liebe ins Vergessen.

Wie ich doch am Leben hänge.
Mein Herz besinnt sich auf Liebe,
Der Freude am Teilen, Schönes verschenken,
Die Suche nach Wahrheit, dem Ergründen.

Altes wird vergehen, neues entsteht.
Wie sich Rad vom Leben dreht
Erwarten uns die letzten Tage.
In ferner Zukunft, oder nahe.

Wenn diese Tage mich erreichen,
Muß ich den Bildern ins Vergessen folgen,
Wünsche ich, daß ich die Liebe,
In diesem Leben teilen durfte

( Leonard Siebeneicher )